Free Hosting : Credit & Debt : Free Web Hosting : Best Credit Cards  

> was ? > reiseberichte > belgien

ERLEBNISBERICHT BELGIEN
Bericht von:
Martin S. Bühler und Ruedi Schütz

Die Präsidenten des BSCE entern Belgiens Bierlandschaft

Das war eine Reise, die Ruedi und ich wohl nicht so schnell wieder verges-sen werden. Die Grundidee der Reise war folgende: Herbstliche Campingferien in Belgien in Kombination mit Bierdegustationen! Vehikel für das Unternehmen war mein 20-jähriger Datsun 240 L sowie ein Wohnwagen der Marke Rapido.

Unseren ersten Abend verbrachten wir noch in Deutschland, wir besuchten nämlich die Brauerei Adler in Zuzenhausen. Die freundlichen Dorfbewohner erlaubten uns sogar, mitten im Dorf wild zu campieren. Genauso wild kämpften wir uns anschliessend durch die gesamte Bierkarte der Brauerei Adler, welche, wie wir sagen müssen, eine vorzüglich schmackhafte Bierpalette von Lager bis hin zu dunklem Starkbier bot. Am nächsten Tag stiessen wir trotz ziemlicher Hitze und anfänglichen Koordinationsstörungen bis nach Belgien vor. Auf einem kleinen, gottverlassenen Campingplatz vergnügten wir uns spätabends mit vorwiegend in Deutschland eingekauften Bieren. Weiteres Hauptziel war nun die Stadt Brüssel. Sie bot sich uns in ihrer ganzen Schönheit, und wir müssen eingestehen, dass sie uns länger beherbergte, als wir es eigentlich vorgesehen hatten. Die erste Aktion war ein Besuch des Gueuze-Schanklokals "La Bécasse". (Einer der Geheimtips, die uns Yan Amstein vom
Amstein Bierimport in Vevey gab). Die "Bécasse" ist ein wunderbar rustikal eingerichtetes, typisch belgisches, extrem enges und stickiges Loch, so richtig zum Gueuze trinken halt. Nun gut, abends nahmen wir uns ein weiteres Lokal vor, und das war das "Porte Noire", das sich als noch extravaganter herausstellte: ein modriger, ausschliesslich mit Kerzenlicht beleuchteter Keller, in dem man über 80 Biere testen kann! Das hielt uns fast die ganze Nacht hin, wir kämpften uns von einer Kuriosität zur anderen. Trotz fast vollständiger Dunkelheit und langsam aufkommendem Nebel schafften wir es sogar, jedes Bier noch mit unserem Degustationsformular zu erfassen! Anschliessend verirrten wir uns in die Disco "Le Siècle", die an belgischer Skurrilität noch einen oben drauf zu setzen vermochte. Nach einem kilometerlangen Fussmarsch (Autostop in Belgien ist illegal, wie sich herausstellte) fanden wir dann um ca. 07.00 Uhr endlich unseren Wohnwagen.

Eine weitere Exkursion war dann die einzigartige Gueuze-Brauerei "Cantillon". Diesen Minibetrieb zu finden, war der reinste Wahnsinn. Wir irrten wiederum zu Fuss durch halb Brüssel, und als wir einen Belgier nach dem Weg fragten, musste er zuerst schauen, in welcher Strasse er selber wohnt. Dieser Mensch bestätigte ein weiteres Mal unser Bild des Durchschnittsbelgiers. Nun, genug gezetert, zurück zu "Cantillon": Sie ist die letzte Brauerei der Welt, die noch mit richtiger Spontangärung arbeitet, also völlig ohne Sterilität. Das heisst, im Prinzip wird der Gärprozess durch die herumfliegenden Bakterien erzeugt, und das mitten in der Stadt Brüssel! Einzigartig, sagten wir uns, das gab sicherlich einige Pluspunkte. Unsere Kehlen musste sich jedoch sehr an diesen mittelalterlichen Gerstensaft gewöhnen.

Nun gut, das pure Gegenteil erlebten wir am nächsten Tag, nämlich in der grössten Brauerei Belgiens, der Brauerei "Stella Artois". Die hochtechnisierten Anlagen konnten wir leider nicht im Detail betrachten. Weil uns ein weniger hoch technisierter Benzinschluckapparat leider im Stich liess und wir auch sonst wieder einige Ortungsschwierigkeiten hatten, kamen wir leider zu spät. Aber was solls, zur Bierverkostung reichte es noch. Obwohl; lange währte diese Freude auch nicht, denn die Sicherheitsleute fragten sich langsam, was wohl dieser Wohnwagen auf dem Brauereigelände soll, und sie verboten uns schlussendlich sogar, dort nach ein paar Bierchen zu campieren! Die Folge davon war, dass wir in einer total entlegenen Sackgasse unseren Wohnwagen nach einigen Wendeversuchen in die Botanik sausen liessen. Von da an hatten wir leider keine Heckscheibe mehr, was uns doch einigen Verdruss bereitete!

Also entschlossen wir uns, nachdem wir den ganzen Kofferraum mit exquisitem Degustationsgut gefüllt hatten, zur Heimreise. Heimreise? Na ja, es kam noch zu einem zweitägigen Zwischenhalt bei meiner Brieffreundin im deutschen Ludwigsburg, die uns sehr freundlich bei sich beherbergte. So konnten wir uns wieder langsam resozialisieren und merkten, dass es tatsächlich noch Fenster und Betten gibt auf diesem Planeten!

to the top