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CLUBREISE ÖSTERREICH 1999
Bericht von: Christoph Mathys

Besuch der Mohrenbrauerei im österreichischen Dornbirn

Am Samstag, dem 24.4.1999, war es endlich soweit: Eine wissensdurstige Truppe des Biersammlerclubs Emmental versammelte sich in Burgdorf, um die drei Tage dauernde Clubreise in Angriff zu nehmen. Auf dem Programm standen unter anderem ein Besuch der Vorarlberger Mohrenbrauerei in Dornbirn und der einer dem Club nahestehenden Familie in Liechtenstein sowie eine Bierolympiade. Letztere stellte sich allerdings als Bieridee heraus, weil nach der durstigen Anreise in Dornbirn keiner mehr im Stande war, höllenschwere Bierharassen zu schleppen. Also legten wir uns in der gutbürgerlichen Gaststätte als erstes einmal hin und warteten auf den Abend. Dann beschlossen wir, das Städtchen zu erkunden und landeten schliesslich in einer ganz netten Gasthausbrauerei. Doch wir wollten mehr sehen vom Nachtleben und machten uns auf die Suche nach einer Diskothek, welche wir allerdings, hätten wir uns auf unsere österreichischen Kompatrioten verlassen, die uns nur in irgendwelche Privatclubs, sonst welche Etablissements oder "Hundsverlocheten" schicken wollten, niemals gefunden hätten. Irgend ein paar völlig besoffene ansässige Jugendliche führten uns endlich zu unserem Ziel. Am meisten Freude an uns hatte wohl der DJ, der, als er von unserer Anwesenheit erfuhr, sogleich das ganze Lokal darüber informierte, am wenigsten sicher der Österreicher, der auf der Toilette verschwand, nachdem wir ihm einen kräftigen Schnupf angedreht hatten, sowie das Sicherheitspersonal, das von der Schweizer Kampftrinkermentalität nichts wissen wollte und uns ständig am Ausarten hindern musste. Ich war auf dem Heimweg auf jeden Fall froh um den Zaun, der den Gehsteig säumte!
Der Sonntagmorgen war hart, trotzdem begaben wir uns mit Ausnahme der zwei Akademiker ins nahegelegene Liechtenstein, wo wir herzlich mit Bier und Gebäck empfangen wurden. Die Gastgeber waren sehr spendabel und geizten auch mit Nachschub nicht, was wir prompt mit einem Ständchen erwiderten, welches von der Schweizer Nationalhymne über etliche Festgesänge bis hin zum Emmentaler alles umfasste. Den gelungenen Tag rundeten wir mit einem guten Nachtessen im Städtchen ab.
Das eigentliche Highlight sollte am Montag steigen. Mit grossen Erwartungen marschierten wir in Richtung Mohrenbrauerei ab, um welche wir zuerst eine Ehrenrunde drehten, bevor wir eintraten und auch empfangen wurden. Ein pensionierter Braumeister, entzückt über den Besuch aus dem europäischen Ausland, führte uns durch sein ehemaliges Reich und erläuterte uns stolz die Kunst des Bierbrauens, mit der wir uns ja schon seit geraumer Zeit beschäftigen. Am Ende des Rundgangs erwartete uns ein schmuckes Museum mit Relikten aus früherer Zeit und eine hauseigene interne Wirtschaft, wo wir auch verköstigt wurden. Neben dem bewährten Lagerbier präsentierte man uns ebenfalls stolz ein neuentwickeltes Leichtbier mit nur ca. 3% Alkohol, was nicht bei allen auf helle Begeisterung stiess. Mit einem kleinen Präsent aus der aktu-ellen Produktepalette wurden wir schliesslich verabschiedet und machten uns auf den Heimweg. Was es an dieser Stelle noch zu erwähnen gibt, ist, dass ein Biersammler es doch tatsächlich geschafft hat, ohne ID oder Pass viermal die Grenze zwischen der Schweiz und Österreich zu passieren und erst beim letzten Mal angehalten wurde. Wegen seinem unverkennbar schweizerischen Dialekt liess man ihn aber ohne Zögern einreisen.

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